Tierschutz

Tier­schutz | Was versteht man unter einer Notschlachtung?

14-01-2020

Tier­schutz | Was versteht man unter einer Notschlachtung?

Er­läu­te­rung am Bei­spiel Rind Übli­cher­wei­se wer­den Rin­der, die zur ge­werb­li­chen Schlach­tung ab­ge­ge­ben wer­den, per Vieh­trans­por­ter an ei­nen zu­ge­las­se­nen Schlacht­hof ge­bracht. Dort führt ein amt­li­cher Tier­arzt eine so­ge­nann­te Schlacht­tier­un­ter­su­chung des le­ben­den Tie­res durch. Da­nach folgt eine wei­te­re Un­ter­su­chung (Fleisch­un­ter­su­chung) des ge­schlach­te­ten Tie­res durch amt­li­ches Per­so­nal der zu­stän­di­gen Be­hör­de. Die Fleisch­un­ter­su­chung dient der Fest­stel­lung, ob das Tier oder Tei­le da­von für den mensch­li­chen Ge­nuss ge­eig­net sind.

Eine recht­li­che Aus­nah­me ist die Not­schlach­tung. Die­se be­trifft ein an­sons­ten ge­sun­des Tier, wel­ches auf­grund ei­nes Un­falls ent­stan­de­ner Ver­let­zung (z.B. Kno­chen­bruch; Riss von Mus­ku­la­tur, Seh­ne; gro­ße, of­fe­ne oder stark blu­ten­de Wun­de) aus Grün­den des Tier­schut­zes nicht le­bend zu ei­nem Schlacht­be­trieb trans­por­tiert wer­den darf. In die­sem Fall ist eine Not­schlach­tung des Tie­res un­ter Ein­hal­tung der recht­li­chen Vor­ga­ben auf dem land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb mög­lich.

Vor der Durch­füh­rung der Not­schlach­tung des Tie­res muss ein Tier­arzt hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Die­ser un­ter­sucht das Tier, stellt den Grund für die Not­schlach­tung in Form ei­ner tier­ärzt­li­chen Dia­gno­se fest, und do­ku­men­tiert die­se so­wie die tier­be­zo­ge­nen Da­ten in ei­nem Be­gleit­schrei­ben.

Nach der Not­schlach­tung des Tie­res wird die­ses zu­sam­men mit den er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen  zu ei­nem Schlacht­be­trieb trans­por­tiert. Dort über­prüft die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Un­ter­la­gen so­wie die Iden­ti­tät des Tie­res. Der Schlacht­kör­per des Tie­res wird nach der so­ge­nann­ten Her­rich­tung wie alle an­de­ren ge­schlach­te­ten Tie­re ei­ner Fleisch­un­ter­su­chung durch amt­li­ches Per­so­nal der zu­stän­di­gen Be­hör­de un­ter­zo­gen. Die­se stellt die Ge­nus­staug­lich­keit für den mensch­li­chen Ver­zehr fest. Schlacht­kör­per von Tie­ren, die als nicht ge­nus­staug­lich be­ur­teilt wer­den, wer­den ver­wor­fen und nicht als Le­bens­mit­tel in Ver­kehr ge­bracht.

Die Durch­füh­rung ei­ner Not­schlach­tung auf dem land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb er­öff­net die Mög­lich­keit, ein an­sons­ten ge­sun­des Tier wel­ches ei­nen Un­fall er­lit­ten hat und aus Grün­den des Tier­schut­zes nicht mehr trans­por­tiert wer­den darf, un­ter Ein­hal­tung al­ler fleisch­hy­gie­ne­recht­li­chen An­for­de­run­gen als Le­bens­mit­tel zu ge­win­nen.

Recht­li­che Re­ge­lung:

Ver­ord­nung (EG) Nr. 853/​2004

Tie­ri­sche Le­bens­mit­tel-Hy­gie­ne­ver­ord­nung

Ver­ord­nung (EG) Nr. 1/​2005

Ver­ord­nung (EG) Nr. 1099/​2009